
Die Preisentwicklung für das Heizen mit fossilen Brennstoffen ist in den Jahren 2025 und 2026 klar durch steigende Kosten geprägt. Bereits 2025 wird die CO₂-Abgabe zu einem spürbaren Kostenfaktor für private Haushalte, bevor ab 2026 eine neue Phase beginnt, in der der Preis erstmals über ein Versteigerungsverfahren ermittelt wird. Ab 2028 droht mit dem regulierten Emissionshandel eine Entwicklung mit deutlich höheren und schwer kalkulierbaren Preisrisiken.
Im Jahr 2025 liegt der CO₂-Preis bei 55 Euro pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid. Diese Abgabe schlägt sich direkt auf die Brennstoffpreise nieder und verteuert Erdgas um rund 1,19 Cent pro Kilowattstunde sowie Heizöl um etwa 17,52 Cent pro Liter, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Für ein wenig saniertes Einfamilienhaus mit einem jährlichen Gasverbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden ergeben sich dadurch CO₂-Kosten von etwa 237 Euro pro Jahr. Bei einer Ölheizung mit einem Verbrauch von rund 2.000 Litern summiert sich die Belastung bereits auf etwa 350 Euro jährlich.
Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern liegen die durchschnittlichen Heizkosten laut Heizspiegel 2025 bei Gas bei etwa 2.130 Euro, bei Öl bei etwa 1.975 Euro und bei Einsatz der Wärmepumpe bei etwa 1.145 Euro.
2026 und darüber hinaus: Die stille Kostenexplosion
Ab dem 1. Januar 2026 wird das Heizen mit fossilen Energieträgern nochmals spürbar teurer. Der CO₂-Preis wird dann nicht mehr fest vorgegeben, sondern innerhalb eines Preiskorridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne über Auktionen bestimmt. Für Haushalte bedeutet dies zusätzliche Belastungen, selbst wenn sich der Verbrauch nicht verändert. Eine Familie im Einfamilienhaus muss im Vergleich zu 2025 bei einer Gasheizung mit einer Mehrbelastung von bis zu 48 Euro pro Jahr rechnen, bei einer Ölheizung sogar mit bis zu 63 Euro.
In einem wenig sanierten Gebäude steigen die maximalen CO₂-Kosten 2026 bei Gas auf bis zu 311 Euro jährlich, was etwa 1,55 Cent pro Kilowattstunde entspricht. Bei Heizöl klettert die Belastung auf bis zu 412 Euro pro Jahr oder rund 20,70 Cent pro Liter. In energetisch besseren Gebäuden, etwa im Standard KfW 70, fallen die CO₂-Kosten zwar deutlich geringer aus, liegen aber selbst dort noch zwischen 85 und 101 Euro pro Jahr bei Gas sowie zwischen 113 und 134 Euro bei Öl. In der Summe zahlen deutsche Haushalte mit Gasheizung im Jahr 2026 zusammengerechnet bis zu 600 Millionen Euro mehr für CO₂-Zertifikate als zuvor.
Mit Blick auf die Jahre bis 2035 zeichnet sich eine strukturelle Kostenentwicklung ab, die viele Haushalte unterschätzen. Sinkende Temperaturen erhöhen nicht nur den Heizbedarf, sondern verstärken auch die Unsicherheit bei der Heizkostenplanung. Ein wesentlicher Treiber ist das sogenannte Gasnetz-Paradox: Während immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen oder andere alternative Heizsysteme umsteigen, bleiben die Kosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung des Gasnetzes nahezu unverändert bestehen. Diese Fixkosten verteilen sich jedoch auf immer weniger Gaskunden, wodurch die Netznutzungsentgelte kontinuierlich steigen – selbst dann, wenn der individuelle Gasverbrauch sinkt. Wer langfristig am Gasanschluss festhält, übernimmt damit einen wachsenden Anteil an den Kosten einer Infrastruktur, die sich im Rückzug befindet.
Auch Fernwärme wird häufig als preislich stabile und zukunftssichere Lösung dargestellt. Modellrechnungen zeigen jedoch, dass sie bereits heute zu den teuersten Heizarten zählt und aufgrund ihrer oft fossil geprägten Erzeugung sowie der monopolartigen Anbieterstrukturen auch langfristig kostenintensiv bleiben dürfte. Ein echter Preiswettbewerb findet in vielen Regionen nicht statt.
Zusätzlichen Druck erzeugt der weiter steigende CO₂-Preis, der fossiles Heizen gezielt verteuern soll. Prognosen gehen davon aus, dass sich die CO₂-Kosten bis 2030 mehr als verdoppeln könnten. Damit wird der energetische Zustand von Gebäuden zu einer zentralen wirtschaftlichen Größe. Durch das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz müssen Vermieter bei schlechten Effizienzklassen einen erheblichen Teil der CO₂-Kosten selbst tragen, wodurch Sanierungsstau unmittelbar zu finanziellen Nachteilen führt. Gleichzeitig ist Abwarten keine sichere Strategie mehr, da Förderprogramme zeitlich begrenzt sind und sich jederzeit ändern können, während steigende Nachfrage nach Handwerksleistungen und Heiztechnik die Investitionskosten weiter nach oben treibt.
Die Marktentwicklung ist bereits klar erkennbar: Der Absatz fossiler Heizsysteme geht deutlich zurück, während Wärmepumpen zunehmend den Markt dominieren. Für Eigentümer wie für Mieter bedeutet das, dass Nichtstun längst keine neutrale Entscheidung mehr ist. Vielmehr wird es zur Wette gegen eine absehbare Kostenrealität. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob ein Umstieg notwendig wird, sondern ob er frühzeitig, planbar und unter vergleichsweise günstigen Rahmenbedingungen erfolgt oder erst später – dann unter deutlich höheren Kosten und schlechteren Voraussetzungen.